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Jetzt ist es bald 1 volles Jahr und die Begeisterung hat nicht abgenommen. Immer wenn wir die Rücksäcke für die Straße packen, spüren wir, wie die Erwartung steigt und auch zu späterer Stunde hält die Begeisterung noch an. Vor vielen Jahren habe ich an Theateraufführungen in der Schule teilgenommen. Die Vorbereitungen an den Samstagabenden für die Street Buddies fühlen sich ähnlich an wie damals. Meine Klassenkameraden bereiteten sich für Monate vor, bevor wir überhaupt ein Kostüme anzogen und vor hunderten von Leuten auf der Bühne standen. Man fühlt sich sehr verletzlich, wenn man im Scheinwerferlicht im Kostüm auf der Bühne steht und versucht, sich an seinen Text zu erinnern, während man in einem komischen Akzent spricht. Aber ein Street Buddy zu sein macht uns noch verletzlicher. Wir tragen keine Requisiten, wir tragen Wasser. Anstelle von einem Kostüm haben wir blaue Jacken an die vermitteln, dass wir Freunde sein wollen. Da gibt es kein Skript und Du musst einfach Du selbst sein. Das Publikum ist sehr real und es ist voll mit betrunkenen Kritikern. Wir sind dankbar, dass unser Wert nicht davon abhängt, was Menschen über die Street Buddies sagen.

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Ich erinnere mich an eine kurze nächtliche Begegnung mit der Mutter eines sehr betrunkenen 16-Jährigen. Als die Rettung ihren Sohn auf eine Bahre lud, schaute sie auf und bedankte sich, dass ich sie angerufen hatte. Es war uns gelungen, das Telefon von dem jungen Mann zu bekommen und ihre Nummer ausfindig zu machen, während jemand Anderer die Rettung rief. Wir sprechen vermutlich nicht genug über Jesus auf der Straße und wir hören wahrscheinlich nicht immer gut genug zu, aber ich weiß, dass für diese eine Mutter unser Einsatz ausreichte.

Ich sehe diesen jungen Mann manchmal noch auf der Straße. Er erinnert sich nicht daran, dass wir ihn zu zweit halten mussten, damit er mit dem Gesicht nicht in seinem Erbrochenen lag. Er weiß nicht, dass wir ihn mit offener Hose am Zaun fanden, weil er ohnmächtig wurde, während er seine Not verrichten wollte. Er weiß auch nicht, dass wir, als er weggebracht wurde, sowohl sein Erbrochenes wie auch seinen Urin an den Händen hatten. Diese Vorfälle haben mich zweierlei gelehrt: Gott arbeitet nicht nur in diesen Jugendlichen auf den Straßen, Er arbeitet auch in mir….und dass wir Gummihandschuhe tragen sollen.

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Ich fragte meinen sechs Jahre alten Sohn, was er über die Street Buddies weiß. Er sagte, dass wir Leuten auf der Straße helfen, spezielle Jacken tragen, für Menschen beten und dass wir verrückt sind. Das stimmt! Wir sind crazy und unser himmlischer Vater ist crazy gut! Vor einem Monat hat Gott drei junge Amerikaner nach Salzburg gebracht, um Teil der Street Buddies zu sein. Da gibt es auch 4-5 junge Österreicher, die sich nun dafür interessieren und das erscheint noch verrückter! Wir haben nun genug Buddies für Freitag und Samstag Nacht. Gott ist gut: Crazy gut!